Die Herde heilen: Connection Focused Therapy® (verbindungsorientierte Therapie®) für Therapeuten und andere, die beruflich mit Trauma-Überlebenden und Familien in Krisensituationen arbeiten

wild-horses-2-768x487Datum: 28.4. – 02.5.2020

Seminarleiterinnen: Dr. Rebecca Bailey & Linda Kohanov

Kosten: EUR 2.500,- (die Gebühr beinhaltet Mittagessen, Workshopmaterialien und Übersetzung)

Location: Barockreitzentrum, Mittelberg 2, 71296 Heimsheim/Deutschland (Nähe Stuttgart)

Dieses von zwei bekannten Innovatorinnen auf dem Gebiet pferdegestützter Therapie und experimentellem Lernen geleitete Training ist für Therapeuten, Betreuer und Coaches, die mit Pferden und Therapeuten arbeiten und die gerne fortgeschrittene Techniken kennlernen würden, um Einzelpersonen und Familien mit komplexer Hintergrundgeschichte zu helfen.
Das beinhaltet posttraumatischen Stress durch Missbrauch, Krieg, kriminelle Taten oder Unfälle, Scheidungen mit hohem oder niedrigem Konfliktanteil und Zusammenführungen oder Reintegration nach familiären und nicht familiären Entführungen.

Tag 1 bietet einen einführenden Überblick darüber, wie Pferde Menschen helfen, effektiver mit einer Vielfalt an Herausforderungen umzugehen. Die Teilnehmer werden auch Kernkompetenzen lernen um Ermüdung durch Mitgefühl zu vermeiden und gleichzeitig persönliche und berufliche Beziehungen zu verbessern. Diskussionen über die relevante Forschung und Demonstrationen pferdegestützter Aktivitäten werden den Teilnehmern einen Überblick über den verbindungsorientierten Therapieansatz geben.

Tag 2-4 bieten für bis zu 20 Teilnehmer pferdegestützte Lernaktivitäten in der Tiefe beim Training der am 1.Tag eingeführten Fertigkeiten zu üben und zusätzliche Kompetenzen und Modelle zu lernen.

Dr. Rebecca Bailey, Psychologin, Autorin, Entführungs- und Familienzusammenführungs- expertin und Linda Kohanov, Autorin und Pionierin in pferdegestütztem Erfahrungslernen haben ein Team gebildet, um pferdegestützte Aktivitäten, therapeutische Interventionen, beziehungsbildende Werkzeuge und persönliche Ermächtigungs- und Lebenskompetenzen mit uns zu teilen, die sie für hoch effizient halten, um Menschen von traumatischen Erlebnissen zu heilen und ihnen zu zeigen, wie sie an ihren Beziehungen und in ihrem persönlichen Leben wachsen und sich entwickeln können.

Rebecca Bailey. PhD, ist eine führende Familienpsychologin und Persönlichkeitstherapeutin.

Als Co-Autorin des neuen Buches „Sichere Kinder, kluge Eltern: was Eltern wissen müssen, um ihren Kindern Sicherheit zugeben“ (mit Elizabeth Bailey, RN-BC) wird sie oft als erfahrene  Kommentatorin zu CNN „Good Morning America“ und anderen nationalen Shows gerufen, einschließlich den von Anderson Cooper, Diane Sawyer, Piers Morgan und Katie Couric veranstalteten. Dr.  Bailey, die Begründerin von Übergangsfamilien hat mit Polizeistationen und dem FBI gearbeitet, um das Bewusstsein und die Sensibilität für die Probleme von Opfern von Raub, Entführung und anderen kriminellen Taten zu erhöhen, dem die Opfer ausgesetzt sind, wenn sie diese extremen Erfahrungen überleben und sie mit ihren Familien zusammenzuführen und mit der Zeit wieder gesund zu werden.

Während sie mit Hunderten von Einzelpersonen und Familien in Krisensituationen gearbeitet hat, wurde sie am bekanntesten als die Therapeutin, die Jaycee Dugard half, sich wieder in ihre Familie einzugliedern, nachdem sie aus einer überall publizierten 18 jährigen Entführung in Kalifornien befreit wurde.

Linda Kohanov, Autorin von 5 Büchern, einschließlich dem Buch Das Tao des Equus (2001) und Die Intelligenz der Herde (2013) hat seit Jahren mit zahlreichen Psychiatern gearbeitet um Menschen in Krisensituationen pferdegestützte Hilfe anzubieten, darunter auch Hilfe bei Vergewaltigungen oder sexuellem Missbrauch Minderjähriger, Problemen von Veteranen und ihrer Ehefrauen , sowie von Familien, die Scheidungen und Wiederverheiratung erlebt haben, besorgten Teenagern, Selbstmordversuchen und anderen Herausforderungen.

Seit 2003 hat Linda weltweilt über 300 professionelle Trainer in den Techniken ausgebildet, die sie und ihre Kollegen, seit der Gründung von Eponaquest im Jahr 1997, das ursprünglich ein Team von Beratern, Lehrern und Pferdetrainern war, entwickelt haben.

2013 verbanden Linda und Rebecca ihre Talente um einen neuen Ansatz zu entwickeln, der Familien half, Konflikte zu bewältigen, unproduktive Muster ihrer Ahnen und traumatische Ereignisse hinter sich zu lassen. Connection Focused Therapy® wurde die viele Disziplinen betreffende Modalität, die sie entwickelten, um Menschen zu helfen in ihre Kraft als Individuen zu kommen und gleichzeitig zu lernen ihre Nächsten, Gleichaltrigen und Gemeinschaften zu unterstützen, Kraft von ihnen zu bekommen und mit ihnen zusammen zu arbeiten. Dabei griffen Linda und Rebecca auf die „Weisheit und Kraft der Herde“ zurück, ein Satz, den sie nutzen um therapeutische Techniken und Lebenskompetenzen zu beschreiben, durch die Art und Weise, wie Pferde persönliche und Gruppenbedürfnisse gleichzeitig befriedigen.

„Pferde sind Pflanzenfresser, aber sie sind keine zitternden, feigen Opfer“ enthüllt Linda, und bezieht sich auf 4 Jahre Forschung für ihr letztes Buch Die Weisheit der Herde. Pferde zeigen die Kraft eines Nicht-Raubtiers in der Aktion. Sie arbeiten zusammen indem sie sich gegen das Raubtier formieren und verletzbare Familienmitglieder schützen. Dann, wenn die Gefahr vorüber ist, gehen sie alle zurück zum Grasen, zurück zum vollen Genießen des Lebens. Es ist keine Frage, dass Menschen in Krisensituationen viel vom Mut, der Wendigkeit und dem friedvollen Engagement am Leben, das Pferde verkörpern, lernen können.

„Mit der richtigen Unterstützung können Menschen mit traumatischen Erfahrungen geheilt werden. Wenige Therapeuten haben das so tief erfahren wie Dr. Rebecca Bailey, die mehr als 20 Jahre damit verbracht hat, Überlebenden und ihren Familien zu helfen, sich von den extremsten Situationen, die man sich vorstellen kann, zu erholen.“

pastures-1-600x467Bei der Zusammenarbeit stießen Linda und Rebecca sofort auf Gemeinsamkeiten – und das nicht nur, weil sie verstanden haben wie faszinierend die Hilfe der Pferde in diesem Prozess ist. Diese beiden erfahrenen Frauen fanden in ihrer Zusammenarbeit heraus, dass tiefe Heilung nur in nährenden Beziehungen möglich ist, durch Familien und andere soziale Gruppen, die sich um Menschen bemühen und sie wertschätzen für das, was sie als Individuen sind und gleichzeitig wissen, dass ihre Nächsten in der Lage sind, sie in schweren Zeiten zu unterstützen, in guten Zeiten mit ihnen zu feiern und den dem zugrunde liegenden Sinn friedvoller Verbindung, Verjüngung und Erforschung des täglichen Lebens zu fördern.

Connection Focused Therapy® hilft den einzelnen nicht nur mit Traumata umzugehen, es gibt den Familien die Fähigkeiten, die sie brauchen um Krisen in den Griff zu bekommen, sich gegenseitig zu erheben und langfristig zu wachsen.

„Überlebende müssen sich über das, was sie sind definieren, nicht das, was sie durchgemacht haben“ betont Rebecca.“ Die Narben ernster Traumata kann die Menschen einschränken oder aber etwas sein, auf dem sie aufbauen und was sie in neue Stärken verwandeln. In einem Vakuum werden die Menschen aber nicht gesünder. Das ist definitiv das, was Linda und ich auf den Punkt gebracht haben: ein Verständnis von der gegenseitigen Abhängigkeit der Natur des Lebens und, als Folge daraus, Heilung. Aus dieser Perspektive wird es klar, dass Familien, Gemeinschaften und andere soziale Systeme Wachstum und Transformation fördern können – oder Angst, Hass, Groll und Depression verstärken.

Familien sind Herden sehr ähnlich. Sie beeinflussen sich gegenseitig und sind auch durch ihre Umgebung und die Dinge, die ihr Leben berühren geprägt. Um ihnen zu helfen, über herausfordernde Umstände hinauszugehen und zu wachsen, muss man alle Systeme und ihr Zusammenspiel betrachten. Es ist wichtig, den Menschen Unterstützung und die Fähigkeiten zu geben, sich wieder miteinander zu verbinden.“

Als Expertin für Familienzusammenführungen, in den extremsten Fällen in Folge von Entführungen und sexuellem Missbrauch, war Rebecca besonders von Lindas viertem Buch Die Intelligenz der Herde fasziniert, nicht wegen der Betonung der sozialen Intelligenz und der authentischen Gemeinschaft, sondern wegen der beispiellosen Einsichten in die Kraft, die daraus erwächst, kein Raubtier zu sein. „Die Menschen, mit denen ich arbeite, hatten mit den bösartigsten egoistischsten menschlichen Raubtieren zu tun“ sagt die bekannte Psychologin. „Opfer räuberischer Handlungen haben oft Schwierigkeiten, ihre eigene Kraft auszudrücken, weil sie sich weigern, die grausamen und manipulativen Machtbilder der Täter zu übernehmen und das zu Recht.“

In ihrer Arbeit gewinnt Linda Einsichten in die Macht von Herdenverhalten und schafft daraus Instrumente für Menschen um sich in ihrem Leben und ihrer Arbeit hervorzutun.

Rebecca erkannte sofort, dass sich, wenn man das Pferd nicht als Beutetier sieht, sondern als ein nicht räuberisches Krafttier, dies in der Weisheit und Unterstützung der ganzen Herde niederschlägt und man Menschen, die ein Trauma überlebt haben und deren Familien eine Metapher gibt, um wieder erfolgreich zu sein im Leben.

„Wenn man dazu die wirklichen Interaktionen mit lebenden Pferden, die Rebecca und ich in den letzten 20 Jahren einzeln und jetzt zusammen entwickelt haben, hinzufügt“, sagt Linda, „dann hat man ein hoch effizientes Modell nicht nur zu Heilzwecken, sondern von wirklichem wieder in die Kraft Kommen. Pferdegestützte Aktivitäten- kombiniert mit therapeutischen Eingriffen und Lebenskompetenz-Training – ermöglichen es der ganzen Familie weiterzuleben mit einer gewinnenden Kombination von persönlichem Vertrauen und der Sensibilität für die Bedürfnisse der anderen.“

Linda hat Anekdoten über den heilenden Effekt pferdegestützter Therapie in ihrem ersten Bestseller Das Tao des Equus zitiert. Die Autorin empfiehlt Jaicee Dugards Autobiografie zu lesen, um einen Einblick in Dr. Baileys Ansatz was dieses Thema betrifft, zu bekommen.

„Gegen Ende ihres Buches Ein gestohlenes Leben erzählt Jaycee ein paar sehr bewegende Erfahrungen, die sie bei der Arbeit mit Rebeccas Pferden gemacht hat“ sagt Linda. “Diese therapeutischen Maßnahmen halfen Jaycee und ihrer Familie, sich durch den Wahnsinn, der sie in den Wochen und Monaten nach der überall publizierten Befreiung von dem Mann, der sie entführt hatte, umgab, einer Zeit, in der auch die Presse wie ein Raubtier handelte.“

„Ich freue mich so, dass Rebecca und ich diese ganz speziellen Instrumente und Pferde-Aktivitäten mit anderen Therapeuten, Pferdetrainern, Eltern und anderen Helfern, die mit Trauma Überlebenden und Familien in Konfliktsituationen arbeiten, teilen können“ sagt Linda. „Bei der Arbeit mit komplexen Fallsituationen weiß Rebecca wirklich, was therapeutisch funktioniert und was nicht. Sie kennt sich in Strafverfolgung aus und weiß, wie sie mit der hoch opportunistischen Presse umgehen muss, die Überlebende in schweren Fällen noch mehr traumatisieren kann. Sie weiß auch, was Therapeuten persönlich durchmachen, wenn sie mit diesen Populationen arbeiten. Über die Jahre hat sie gelernt, ihre eigenen Antworten im Griff zu haben, was die schrecklichen Erfahrungen betrifft, die ihre Kunden mit ihr teilen müssen. Das alles sind Themen unseres Workshops, zusätzlich zu den Pferde-Aktivitäten und Fähigkeiten in emotionaler und sozialer Intelligenz, die Familien helfen, sich durch ihre Verschiedenartigkeit durchzuarbeiten und aufeinander zuzugehen um Hilfe, Heilung und Erneuerung zu erfahren.“

Kontakt in Deutschland: Elke Wedig elkewedig@barockreitzentrum.de

Anmeldung und Überweisung: eponaquest.com

Es gibt 2 Bezahlmöglichkeiten: in US Dollar oder in Euro. Über die Website eponaquest.com kann in Dollar bezahlt werden ($2775 USD). Wer in Euro (EUR 2.500,-) überweisen möchte kontaktiert bitte Sue per E-Mail sue@eponaquest.com nachdem das Workshop-Registrier-Formular auf der Seite ausgefüllt wurde (Schritt 1 der Online-Registrierung).

Hilfe bei der Anmeldung: info@eponaquest.com, Fon: 00 1 520-455-5908 (von Deutschland)

Stornierung: Bei Stornierungen bis 30 Tage vor dem ersten Workshoptag werden 50% der Gebühren einbehalten.  Bei Stornierungen von 30 Tagen oder weniger werden keine Workshopgebühren erstattet.